Niels Klein & Stéphane Guillaume Sextett / Miquel Zenòn Quintet, Köln

Wann:

Sa. | 31. Okt. 2009 | 22h

Wo:

Stadtgarten, Köln | in Karte anzeigen

Wieviel: VVK 12, AK 16 Euro
Unser Team meint

Niels Klein kennt vielleicht so mancher nur aus der Besetzung der TV Total-Hausband "The Heavytones". Außerhalb der Tätigkeit als Raab-Untermalung gilt der Saxophonist aber als eine der innovativsten und stärksten Stimmen der deutschen Jazz-Szene. Ähnlich wie sein Kollege Stéphane Guillaume in Frankreich. Sie beide planen seit ihrer Begegnung in dem internationalen Ensemble von Vince Mendoza 2008 ein eigenes Projekt gegen die Erbfeindschaft. Herausgekommen ist ihr mit Freunden besetztes Modern Jazz-Sextett. Danach sorgt Miquel Zenòn mit seinem Quintett mit Sicherheit für Kurzweiligkeit in der Langen Jazznacht im Stadtgarten. Mit seinem mittlerweile fünften Album "Esta Plena" hat der Saxophonmeister eine Hommage an seine Heimat Puerto Rico geschaffen und bringt mit seinem Auftritt damit noch mehr internationales Flair in das jazz.cologne Festival.
geschrieben von: Birthe
Event Infos

WDR 3 jazz.cologne - Lange Jazznacht

Köln, Herbst 2008: Vince Mendoza probt mit einem international besetzten Ensemble für die Wiederaufnahme seines “Blauklang”-Projekts. Mit dabei: die beiden Saxofonisten Niels Klein aus Deutschland und Stéphane Guillaume aus Frankreich. Beide spüren eine künstlerisch-kreative Verbindung – und fassen den Plan, eine deutsch-französische Band zusammenzustellen. Nach der Premiere ihres Sextetts in der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Linz kommen die zwei zur WDR 3 jazz.cologne: mit einem für ihr gemeinsam geleitetetes Ensemble eigens komponierten, vitalen Modern Jazz, besetzt mit langjährigen Freunden – wie beispielsweise der Gitarrist und Guillaume-Kompagnon Frédéric Favarel oder die beiden diesjährigen WDR-Jazzpreisträger, Jonas Burgwinkel und Robert Landfermann, die mit Klein in vielen Besetzungen eine fixe Achse sind. Gleichsam die Verbindung zwischen Klein und Guillaume ist Claus Stötter. Der Trompeter lebte bis 1995 in Paris und war Mitglied im renommierten französischen Orchestre National Du Jazz. Gute Bedingungen also für ein tatsächlich Grenzen überbrückendes Konzert – mit einer Improvisationsmusik, die zwar ganz europäisch ist, sich aber dennoch der Geschichte des US-amerikanischen Jazz bewusst ist.
 
ab 22:00 Uhr: Niels Klein & Stéphane Guillaume Sextett
Niels Klein_sax, cl / Stéphane Guillaume_sax, fl / Claus Stötter_tp / Frédéric Favarel_g / Robert Landfermann_b / Jonas Burgwinkel_dr

 2008 war ein gutes Jahr für Miguel Zenón. Der Altsaxofonist durfte sich gleich über zwei hochdotierte Stipendien freuen: das “MacArthur” und das “Guggenheim Fellowship”. Sorgt ersteres für eine ausreichende finanzielle Versorgung (es stellt den Stipendiaten 500.000 US-Dollar über fünf Jahre bereit), so ist letzteres mit einem Kompositionsauftrag an Zenón verbunden gewesen. Der 1976 in Puerto Rico geborene, mittlerweile in New York lebende Altsaxofonist recherchierte seine eigene, familäre Geschichte und drang tief in seinen musikkulturellen Hintergrund ein. Dabei entdeckte er die traditionelle, afropuerto-ricanische Musik Plena, die im 19. Jahrhundert im Süden der Karibikinsel entstanden ist und bei der spanischer Gesang von auf einer Rahmentrommel geschlagenen Rhythmen begleitet wird. In “Esta Plena” mixt er die traditionelle Musik seiner Heimatinsel mit zeitgenössischem Modern Jazz amerikanischer Prägung. Die Ursprünglichkeit und archaische Kraft der Plena sind Basis für eine mitreißende Improvisationsmusik, rauschhaft und virtuos von Zenón und seinem Quintett zum Besten gegeben. Die finanzielle Absicherung durch das “MacArthur Fellowship” hatte zudem einen positiven Effekt: Zenón konnte mit seinem Quintett ausgiebig proben und seinen “Latin-Jazz” ohne Not live auf der Bühne ausprobieren.

ab 0:05 Uhr: Miguel Zenón Esta Plena Quintet
Miguel Zenon_as / Luis  Perdomo_p / Hans Glawischnig_b / Henry Cole_dr / Tito Matos_perc