Die Verwandlung und andere Erzählungen, Köln

Nach Franz Kafka
Wann:

Sa. | 27. Mär. | 19:30h

 (wann noch?)
Wo:

Schauspielhaus, Köln | in Karte anzeigen

Wieviel: ab 9,00 EUR
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Unser Team meint

Kafka für ein anderes Medium als das Buch umzuarbeiten, ist immer ein mutiges, ja, gewagtes Unterfangen. Zu viel innere Bewegung, zu viel Symbolismus, ganz einfach zu viel Kafkaeskes verhindert oft die verständliche Vermittlung der düsteren und dennoch faszinierenden Bedeutung seiner Schriften. Gerade seine Novelle Die Verwandlung stellt Regisseure da vor eine ganz besondere Herausforderung, schließlich verwandelt der Protagonist Gregor Samsa sich hier über Nacht in einen monströsen Käfer. Von seiner Familie ein Leben lang ausgebeutet und unterschätzt, kann er sich gerade als Insekt nicht von ihr loslösen und fristet ein trostloses Leben in Abfallresten und Dunkelheit, eingesperrt in seinem Zimmer. Wie bei Kafka bevorzugt, wird zur Interpretation dieser Geschichte in der Regel seine Autobiographie herbei gezogen: Geprägt von einer strengen, harten Erziehung konnte sich Franz Kafka bis zu seinem Tod nicht von der Hassliebe und der Fixierung auf seinen Vater lösen und verleiht auch Gregor Samsas Vater, wie vielen seiner Figuren, Züge seines eigenen Vaters.
Auf dieser Deutung fußt auch die Inszenierung der Verwandlung am Schauspielhaus Köln. Fünf Schauspieler werden benötigt, die körperlich und stimmlich ihr Äußerstes geben, um den inneren Prozess und das ungeheuerliche Geschehen der Verwandlung begreifbar zu machen. Oder zumindest versuchen, es begreifbar zu machen, denn Kafkas Welt anders als in Buchstaben gebannt auch nur annähernd nachvollziehen zu können, ist und bleibt so gut wie unmöglich. So hält sich auch das Schauspielhaus oft nur ans Buchstabieren seiner Texte und dem naheliegenden Ansatz, das Gregor Samsa und Franz Kafka ein und derselbe ist.
geschrieben von: Annika
Event Infos

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ So beginnt eine der merkwürdigsten Erzählungen des 20. Jahrhunderts. Eine „ausnehmend ekelhafte Geschichte“ hatte Franz Kafka seine 1912 geschriebene Erzählung genannt, wohl nicht ahnend, dass Gregor Samsa zum berühmtesten Insekt der Weltliteratur avancieren sollte. Ausgehend von »Die Verwandlung« komponiert Antonio Latella einen Theaterabend aus weiteren berühmten und weniger berühmten Texten Kafkas – darunter »In der Strafkolonie«, »Das Urteil«, aus den Tagebüchern und Oktavheften. „Die Erzählung »Die Verwandlung« wird Ausgangspunkt für eine Arbeit über das Nicht-Wissen und die Unfähigkeit, sich selbst zu erkennen. Die Metamorphose, die mich interessiert, liegt in der Bewegung. Sie geschieht auch für alle, die Samsa umgeben, die sich angesichts seiner Krankheit verändern, indem sie sich in die monströsesten Gebiete des menschlichen Seins hinablassen.“ (Antonio Latella)

Trailer

Homepage: http://www.schauspielkoeln.de/stueck.php?ID=222&tID=1492