Harun Farocki, Köln

Wann:

So. | 7. Mär. | 10h

Wo:

Museum Ludwig, Köln | in Karte anzeigen

Wieviel: 9 € / ermäßigt 6 €
Unser Team meint

Videoinstallationen zu gesellschaftspolitischen Themen sind Harun Farockis Gebiet.  Dabei beschränkt er sich nicht nur auf eine Sichtweise, sondern versucht durch Mehrfachprojektionen, verschiedene Blickwinkel zu beleuchten. Das Museum Ludwig zeigt aktuell einen Überblick seiner verschiedenen Projekte. Die für die documenta XII entwickelte Arbeit deep play ist genauso Bestandteil der Ausstellung wie seine Installationen zur Immersion. Deep play seziert das Endspiel der WM 2006, einzelne Spielzüge, computergenerierte Strategien und spontane Entscheidungen, und kommt zum Schluss: Intelligenter als ein durchnittlicher Schwarm Fische verhalten sich Spieler auf einem Spielfeld auch nicht.

Bei seinen Installationen zum Thema Immersion beschäftigt sich Harun Farocki mit dem aktuellen Thema „Virtual Iraq“, einem Computer-Animations-Programm, welches zur Therapie von traumatisierten Soldaten verwendet wird. Durch den Einsatz einer Datenbrille wird der Soldat in den Irak zurückversetzt, er erlebt Angriffe, Attentate und Explosionen noch einmal und soll sich so seinen Ängsten stellen und sie verarbeiten.
geschrieben von: Sarah
Event Infos

Seit 1995 stellt Farocki auch Arbeiten für Kunsträume her. Vergleichbar seiner besonderen Verwendung der Montage im Film arbeitet Farocki im Ausstellungsraum mit  Mehrfachprojektionen, die die Betrachter durch ihre eigene Leistung der Kombination und Imagination aktivieren und in eine reflektorische Distanz bringen. Teil der Ausstellung wird neben der großen für die documenta XII entwickelten Arbeit Deep Play auch seine jüngste Arbeit Immersion sein. Hatte bereits Farockis Trilogie Auge/Maschine, die zwischen 2001 und 2003 entstanden ist, die Frage nach dem Einfluss militärischer Bildtechnologie auf das Realitätsverständnis verfolgt, so wird in dem jüngsten Projekt das Augenmerk auf die Verschränkung der Computerspielästhetik mit dem neuen Computerprogramm „Virtual Iraq" gelenkt, das das US Department of Defense zur Ausbildung und zur posttraumatischen Behandlung von Soldaten finanziert hat.
Mit der Überblicksausstellung zu Harun Farocki (geb. 1944) setzt das Museum die Reihe bedeutender Filmemacher fort, deren Werke zwischen Ausstellungsraum und Kino angesiedelt sind. Ausgewählte Videoinstallationen sowie eine Werkschau im Kino des Museum Ludwig geben einen Einblick in das Schaffen des Filmemachers und Künstlers. Seine filmischen Untersuchungen gesellschaftspolitischer Symptome sind gepaart mit der Frage nach den Produktions- und Rezeptionsbedingungen des Filmbildes.