Kritiker schätzen ihre Ironie, Eltern würden sie am liebsten verbieten lassen, Fans pogen bei ihren Konzerten als wären sie auf einem Punkkonzert:
K.I.Z spalten definitiv das Musikdeutschland. Dabei wird sich zwar eher über die explizit-provokanten Texte gestritten, als über Talent oder Technik, das bedeutet aber nicht, dass die drei Berliner Rapper mitsamt ihrem DJ keines von beiden vorzuweisen hätten. Denn vor allem letzterer hat sich schon durch so ziemlich alle Musikgenres gespielt und lässt diese Erfahrung und Wandelbarkeit wunderbar in das Rapprojekt einfließen. Doch auch hinter Tarek, Nico und Maxim steckt mehr, als der erste Blick auf die
Kanibalen in Zivil (wahlweise auch
Kreuzritter in Zentralasien oder
Künstler in Zwangsjacken) vermuten lässt: Rappen auf französisch, Features von Peter Fox oder Bela B. und ein permanenter Sprung zwischen Humor, Ernsthaftigkeit und ernsthaftem Humor begeistert nicht nur HipHop-Fans, sondern auch Electro-, Rock- oder Punkfreunde und zeichnet
K.I.Z. bei ihrem Schaffen aus. Wobei die Ernsthaftigkeit am Anfang ihrer Karriere eher unterschwellig in die Songs einbaut wurde und nun auf dem aktuellen Album
Sexismus gegen Rechts mit Gesellschafts- und politischer Kritik ihren Durchbruch schafft. Doch in der HipHop Welt bleiben
K.I.Z. wohl immer diejenigen, die die Ironiefahne am höchsten halten. Daran sind sowohl Details wie ihr Noten
ständer-Logo als auch Refrains wie „Du bist ein Spast. Ich bin kein Spast!“ schuld, die bei den zahlreichen Live Auftritten aber auch extra für gute Stimmung auf und vor der Bühne sorgen. So werden die vier Jungs mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei ihrem Konzert in der
Live Music Hall zum Pogen auffordern und laut ins Mikro rufen: „Guten Tag, guten Tag, wir haben dein Leben gefickt!“