Einen Nachbericht zum Flic Flac-Programm "Underground" findet ihr hier! Ab einem gewissen Alter verliert das Wort Circus, das in der Kindheit noch für glänzende Augen sorgte, seine Magie. Man hat begriffen, dass die dressierten Tiere ihr Dasein abseits vom Auftritt in der Manege in engen Käfigen fristen und so manch bunter Clown backstage Depressionen schiebt. Das bietet kaum Anreiz überteuerten Eintritt zu zahlen, um am Ende in einem zugigen Zelt eine mäßig überzeugende Show zu sehen. Vergnügen geht anders.
Dachte sich auch der
Circus Flic Flac und ist deshalb seit 20 Jahren mit einer etwas anderen Intuition auf Tour. Gequälte Tiere gibt es hier nicht, sondern lediglich talentierte Artisten, die auf spektakuläre Weise ein komplett anderes Circus-Programm auf die Beine stellen. Auch die üblichen Clowns-Kostüme fehlen. So geht es auf der diesjährigen Tour unter dem Titel
Underground eher rockig und düster zu. Auch das Tempo ist um einiges rasanter als das von tanzenden Elefanten und piefigen Selbstdarstellern. Die zahlreichen Effekte und oft beängstigenden Stunts werden von passenden und durchaus zeitgemäßen Beats untermalt.
Klar, dass so eine Darbietung sehr viel erwachsenfreundlicher daher kommt, als das des bunten gemütlichen Wandercircus'. Dafür dürften kleinere Kinder hier schnell überfordert sein, weshalb es für die Show auch eine Altersempfehlung ab 12 Jahren gibt. Dafür gibt es dann nach oben keine Grenze mehr und jeder Zuschauer wird am Ende ein komplett anderes Bild vom Begriff Circus haben, als bisher. Ob das nun positiver oder negativer ausfällt bleibt da natürlich weiterhin Geschmackssache.