In den meisten Fällen ist es ja schön, wenn eine Stimme unverwechselbar mit einer Band verbunden wird.
Julian Plenti tut man damit allerdings ein wenig Unrecht. Bei bürgerlicher Namennennung wird der ein oder andere schon aufhorchen. Spätesten aber, wenn
Paul Banks zu singen beginnt, nickt der allgemeingebildete Musikconnaisseur dem Radio aufgeklärt zu: Ah ja, cool! Was Neues von
Interpol! Dabei ist der Sänger der Post-Punk-Band schon vor ihrer Gründung als
Julian Plenti durch die Clubs getingelt und beschreitet mit seiner gerade erschienenen Soloplatte "Julian Plenti Is Skyscraper" teilweise ganz andere musikalische Pfade. Banks allein mit seiner Gitarre - diverse Gastmusiker der Einfachheit halber mal außer Acht gelassen - ist weniger gradlinig Rock, mehr verworren experimentell mit progressiven Ansätzen. Natürlich lässt sich der Vergleich zum anderen Projekt nicht gänzlich von der Hand weisen, was nur zeigt, welche Rolle er in der Band spielt. Aber auch wenn die Stimme ähnlich mystisch klingt, ist der Grundton bei
Julian Plenti positiver, partiell etwas psychedelisch. Ob sich das auch auf die bei
Interpol sonst so distanzierte Bühnenshow auswirkt, wird man sehen.
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