Trocken, verstaubt, langweilig? Dass das Kolumba das Museum des Erzbistums Köln ist, lässt es nicht sonderlich spannend wirken. ABER: Von der Antiquiertheit der Kirche ist hier nichts zu spüren. Mutig wendet man sich gegen die althergebrachte Ausstellungsweise. Im Rahmen der Ausstellung „Der Mensch verlässt die Erde“ hängen im Kolumba hochwertige Skulpturen, Installationen und Fotografien aus verschiedenen Epochen direkt nebeneinander. Der Eintritt (5 Euro, erm. 3 Euro) lohnt sich vor allem wegen den beeindruckenden Eigenheiten der ehemaligen spätgotischen Kirche: Im Erdgeschoß kann man über ein großes Ausgrabungsfeld laufen oder die Architektur des lichtdurchlässigen Mauerwerks bestaunen.
Spot Infos
Hier lassen sich zweitausend Jahre abendländische Kultur, Kunst und Architektur mit Werken der Spätantike bis zur Gegenwart erleben. Der Name Kolumba erinnert an den Vorgängerbau auf dem Gelände, die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche St. Kolumba, die größte Pfarrgemeinde des mittelalterlichen Köln. Die ursprünglich romanische Kirche St. Kolumba wurde 1945 schwer von Bomben getroffen und bis auf die Umfassungsmauern zerstört. In der Ruine überstand lediglich eine Kalkstein-Madonna die Angriffe unbeschadet, heute die «Madonna in den Trümmern», die zu einer Art Schutzheiligen der frommen Kölner wurde. Man begegnet hier auch einem ausgedehnten Ausgrabungsgelände, auf dem archäologische Spuren von 2000 Jahren Baugeschichte zu finden sind.