IAMX, Köln

Wann:

Di. | 27. Okt. 2009 | 20:30h

Wo:

Die Werkstatt, Köln | in Karte anzeigen

Wieviel: 20 Euro
Unser Team meint

Dunkel oder bunt? Männlich oder weiblich? Chris Corner, der Kopf von IAMX ist dunkel-bunt und androgyn. Da verwundert selbst seine Vergangenheit als Astrophysikstudent nicht mehr. Zwischen Theaterschminke und düsterer Vorliebe verkörpert der gebürtige Engländer eine künstlerische Seele und weniger den typischen dark-affinen Elektroliebhaber. Wobei die Begriffskombination ‘typisch‘ und ‘IAMX‘ ohnehin fatal wäre. Verständlich also, dass seine Musik weniger polarisiert als es vermutlich sein Auftritt tut, denn IAMX freut sich über eine Beliebtheit, der andere "Elektronisten" mit Piano-Klängen und Drum-Sounds weit nachstehen. Eigenständigkeit und Leidenschaft sollen die Musik von IAMX auszeichnen, die unmöglich zu typisieren und schwer zu beschreiben ist. Die Zusammenführung verschiedener Stile, darunter düstere und erotische Elektronik aus den 80‘ern, Electroclash und Trip-Hop, scheint zu funktionieren. Dennoch wird Chris Corner nicht zuletzt wegen seiner sexuellen Aura umschwärmt, was das aber wirklich bedeutet, kann mal wohl nur bei einer Live-Begegnung ergründen. Der Titel seines neuen Albums "Kingdom Of Welcome Addiction" lässt einen schrillen und exzessiven Inhalt vermuten. Ein bisschen blass um die Nase rockt der ehemalige Sneaker Pimps Frontmann auch gerne mal mit einer Flasche Wein über die Bühne. In der Werkstatt bietet sich also für alle Interessierten die Gelegenheit, den eigenen Versuch zu unternehmen, und dem Facettenreichtum vielleicht ein wenig tiefer auf den Grund zu gehen.
geschrieben von: Britta
Event Infos

IAMX ist eine Band, die alle Sinne anspricht. Hier verschmelzen Musik, Lyrics und Bühnenshow zu einer erlebbaren Einheit, so dass die in Berlin ansässige Band für viele bereits Kultstatus erreicht hat, der seinesgleichen sucht. Jeder Auftritt und jede Veröffentlichung wird mit großer Spannung und angehaltenem Atem erwartet.

Mit ihrem dritten Album „Kingdom Of The Welcome Addiction“ hat IAMX nun wieder einmal ein Meisterwerk abgeliefert, bei dem die musikalischen „Glam Noir“ Elemente einen organischeren Anstrich bekamen und nun um so mehr unter die Haut gehen. Wieder einmal zeigt sich die große Wandlungsfähigkeit der Band, die sich laut Bandleader und kreativem Mastermind Chris Corner als breit aufgestelltes Projekt versteht, das für alle Einflüsse offen ist. „Ich bin sehr experimentierfreudig – und das in jeder Hinsicht – mit Humor, aber auch mit Ernsthaftigkeit, mit Wut, Sex und Verletzlichkeit. Eigentlich bin ich eine sehr private Person, aber ich wusste, dass ich, um das Leben in allen seinen Facetten erfassen und erleben zu können, einen neuen, noch persönlicheren Weg einschlagen musste. In IAMX verschmelzen zwei Seiten von mir: das tollwütige Tier und das verwundete Herz. Auf „Kingdom Of Welcome Addiction“ habe ich letzterem den Vorzug gegeben, was dem Album eine nie da gewesene Wärme verleiht.“

Währen früheres IAMX-Materialvor allem mit rhythmischen Dance-Beats und hartem Electropop überzeugte, lotet die Band auf „Kingdom Of Welcome Addiction“ nun ihre sensiblen Seiten aus. Ihr enormes emotionales Potential konnte man bereits Ende 2008 bei TV-Liveauftritten (Fearless, Vlaze, Mania TV etc.) aufblitzen sehen und manifestiert sich nun bei ihrem aktuellen Albumin einer direkten und ungefilterten Emotionalität. Diese reicht von der filigranen Verletzlichkeit in „Tear Garden“ über die beinahe ehrfurchtgebietende Majestät des marschinspirierten „Kingdom Of Welcome Addiction“ bis hin zu den urwüchsigen Dancefloor-Rhythmen von „Nature Of Inviting“. Die wunderschöne Ballade „I Am Terrified“ zerbirst vor Emotionen, Leidenschaft und Schmerz und im verführerischen Duett mit der zweifach für den Grammy nominierten Sängerin Imogen Heap in „My Secret Freind“ betritt Chris Cornell mit einer Duettpremiere erneut Neuland. „Ich würde niemanden jemals mit der ganzen Breitseite meiner Hypersensibilität konfrontieren, aber die Zeit war reif für mehr Authenzität. Ich habe es eigentlich immer vermieden, Dinge zu simplifizieren – egal ob im Leben oder in der Kunst. Das Leben jedoch ist simpel. Jeder ist verwundbar, und ich bin froh, das für mich erkannt zu haben. Diese Erkenntnis brachte Risiko und Tiefe in mein Leben.“

Chris Corner hat mit IAMX vor einigen Jahren sein eigenes „Kingdom Of Welcome Addiction“ in Berlin gegründet. Frustriert von seinen Erfahrungen mit der Musikindustrie hat er bei IAMX seine Vision von einem unabhängigen künstlerischen Schaffen verwirklicht. Herausgekommen ist ein zeitloses Album mit düsterer und ursprünglicher Dance/Rock Musik, die sowohl in kleinen, angesagten Clubs als auch in großen Hallen funktioniert, was in den vergangenen zwei Jahren mit ausverkauften Tourneen durch die USA und Europa eindrucksvoll bewiesen wurde.

Ganz der philosophische Denker, erklärt Chris Corner den Titel des Albums folgendermaßen: „IAMX ist mein subversives, kleines Königreich. Dort bin ich zu Hause und fühle mich ein bisschen wie ein Charlie Chaplin Mutant aus dem Film ‚Der große Diktator‘. Dynamisch und allmächtig. Wahrscheinlich verfügt jeder Mensch über ein inneres Königreich – und sei es nur im Traum. Ein Königreich, in dem die Kraft des Verstandes, der Leidenschaft, der Veränderung und der Unabhängigkeit real ist. Etwas, das dich unabhängig macht, wie eine Droge, aber im positiven Sinne.“

Homepage: http://www.myspace.com/iamx