Eigentlich ist
Paul Kremp ja Geschichtenerzähler. Er malt nicht, um schöne Farben auf’s Papier zu bringen, sondern um den wahren Alltag abzubilden, um klischeehafte Szenen im Leben des Otto-Normal-Bürgers aufzuzeigen. Sein Stil erinnert an die Zeichnungen von "Tim und Struppi"-Vater Hergé: klare Linien, die die einzelnen Farben voneinander abgrenzen. Ein Comic ohne Bildfolge und ohne Sprechblasen.
Verschiedene Serien vereinen einzelne Bilder zu Gesamtkunstwerken, ohne dass auch nur ein einziges dabei seine individuelle Aussagekraft verlieren würde.
In seinem neuesten Projekt "Wir zwei" beschäftigt sich
Kremp mit der Frage, wohin der Kampf um Gleichberechtigung und Akzeptanz der Schwulen- und Lesbenszene im Laufe der Jahre geführt hat, kommt dabei zu der Erkenntnis: "endlich gibt es Schwule auch im Landhausstil, gekälkt und gemustert" und fragt sich "ist es das, wo wir hin wollten?". Hat es der Homosexuelle nun also endlich geschafft in die Reihen der Spießbürgergesellschaft? Elton John und Lebenspartner oder Udo Walz mitsamt Freund wurden von Kremp genauso auf die wirklich weiß gekalkte Leinwand gebracht wie (augenzwinkernd) Flipper mit Thommy.
Am 13.November dürfen wir uns auf die Veröffentlichung der neuen Bilderserie freuen: "Wir zwei" wird innerhalb einer Vernissage in den
Ausstellungsräumen Jürgen Bahrs präsentiert.